Mit jeder weiteren Version von MLP-Online gibt es einige spannende Neuerungen. Hier erklären wir Ihnen im Detail wo sie die neuen Anwendungen finden und nutzen können.
MLP-Online: Erfassung von Standardtermine mit Erinnerungsfunktion
Eine schon länger gewünschte Funktion ist die Einrichtung von individuellen Standardterminen in Abhängigkeit von bestimmten Standardereignissen im Produktionszyklus der Milchkuh. Im neuen Menü Standardtermine gibt es nun die Möglichkeit, individuelle Standardtermine zu definieren. Aktionen, deren Ausführung abhängig sind von bestimmten Fixpunkten im Laktationszyklus (Belegung, Geburt, Kalbung und Sollkalbedatum) können festgelegt und gespeichert werden. So können Sie sich zum Beispiel einen Standardtermin für die Puerperalkontrolle festlegen, indem Sie einen Standardtermin 21 Tage nach der Kalbung definieren. Oder einen Routineklauenschnitt 100 Tage vor dem Sollkalbedatum. Mit dem Speichern eines Standardtermins wird automatisch eine Push-Funktion eingerichtet. Die Erinnerung für die Tiere, für die ein Standardtermin ansteht, werden als Pop-Up-Nachricht beim Programmstart von MLP-Online und als Push-Nachricht auf dem Handy dargestellt.
Betriebstermine im Header
Im Header von MLP-Online gibt es einen neuen Button "Betriebstermine" (s. Screenshot). Über diesen Button können Sie, von jeder Ansicht aus, die angelegten Betriebstermine nachlesen. Zeitpunkte wie eine Futterumstellung, Klauenpflege oder zum Beispiel eine Umstallung können Sie so schnell nachvollziehen und Ihre Datenauswertungen noch genauer interpretieren. Angezeigt werden die Betriebstermine 100 Tage zurück.
Neue Grafilken Harnstoff zu FEQ
Die Gegenüberstellung des Eiweißgehalts in % und dem Milchharnstoffgehalt in der 9-Felder-Tafel gilt als veraltet, da die Milchleistung seit den 90er-Jahre bis heute deutlich gestiegen ist und sich mit höheren Leistungen die Verhältnisse der Milchinhaltsstoffe ändern. In der neuen Grafik wird zur Bewertung der Rohprotein- und Energieversorgung der Fett-Eiweiß-Quotient (FEQ) dem Harnstoffgehalt in der Milch gegenübergestellt. Da der FEQ keinem Verdünnungseffekt unterliegt, ist eine präzisiere und leistungsunabhängige Aussage zum Stoffwechsel und der Nährstoffversorgung der Kuh möglich. Ein FEQ von >1.4 gilt als Indikator für einen Energiemangel, ein FEQ von <1.1 gilt als Hinweis auf eine Pansenfermentationsstörung, die durch zu geringe Rohfaserversorgung verursacht werden kann. Der Optimalbereich für den Milchharnstoffgehalt sollte bei 150-250 mg/L liegen. Ein Wert über > 270 mg/L führt zu keiner Leistungssteigerung und hat überflüssige Stickstoffausscheidungen zur Folge. Werte unter < 150 mg/L wirken sich jedoch negativ auf die Milchleistung aus, da ein Rohproteinmangel besteht und die Mikrobenleistung dadurch herabgesetzt wird.
Im Menü Probemelkungen > Grafiken Probemelkungen > finden Sie im Drop-Down-Menü drei neue Grafiken in denen der Harnstoffgehalt dem FEQ (6-Feldertafel) gegenübergestellt ist.
Diese Grafik wird für die Erstlaktierenden (s. Sreenshot), die Folgelaktierenden sowie für die Gesamte Herde dargestellt.
Neue Ansicht "Zellzahldifferenzierung"
Bei der Zelldifferenzierung wird nicht nur die Zellzahl, sondern auch deren Zusammensetzung aus den unterschiedlichen Zelltypen bestimmt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass mit Hilfe der Zelldifferenzierung nähere Informationen über den Eutergesundheitsstatus und die Prognose von Eutergesundheitsstörungen gewonnen werden können.
Ist die Eutergesundheit gestört, steigt die Zellzahl an. Aber auch wenn zwei Tiere eine gleich hohe Zellzahl haben, kann sich die Zusammensetzung der Zellzahl vollkommen unterscheiden. Die Zellzahl setzt sich hauptsächlich aus drei Typen spezialisierter Abwehrzellen zusammen, die unterschiedliche Aufgaben bei der Bekämpfung von Euterentzündungen haben:
- Makrophagen
- polymorphkernige neutrophile Granulozyten (PMNs)
- Lymphozyten
Eine spezialisierte Untersuchungstechnik für die Zellzahlmessung ermöglicht auch die Bestimmung der Zelltypen. Durch die modernen Untersuchungsgeräte im ZML des LKV ist es möglich, zukünftig diese zusätzliche Auswertung anzubieten. Die Ansicht der Zellzahldifferenzierung ist im Menü Eutergesundheit eingebettet. Der Zelldifferenzierungswert, DSCC, drückt das Mengenverhältnis dieser Zelltypen in der Milch in % aus und kann als prognostische Kennzahl genutzt werden. In der gemeinsamen Beurteilung mit dem Zellgehalt ergeben sich vier Gruppen:
EG-Gruppe A = gesund, niedrige Zellzahl (≤ 200.000 Zellen/ml), niedrige DSCC-Werte (≤ 65%)
EG-Gruppe B = frühes Mastitisstadium, niedrige Zellzahl (≤ 200.000 Zellen/ml), hohe DSCC-Werte (> 65%)
EG-Gruppe C = Verdacht auf Mastitis, hohe Zellzahl (> 200.000 Zellen/ml), hohe DSCC-Werte (> 65%)
EG-Gruppe D = chronische Mastitis, hohe Zellzahl (> 200.000 Zellen/ml), niedrige DSCC-Werte (≤ 65%)
Im Menü Eutergesundheit ist die neue Ansicht Zellzahldifferenzierung zu finden.
MLP-Online: Neue Merkmale für die Auswahl der Tierliste individuell
Für die Erstellung einer individuellen Tierliste stehen neue Merkmale hinsichtlich der Mutterleistung und genetischen Besonderheiten in der Auswahl zur Verfügung. In Bezug auf die Mutterleistung können nun die Merkmale Mutter EL Milch kg, Mutter EL Fett %, Mutter EL Eiweiß %, Mutter EL Fett kg, Mutter DL Milch kg, Mutter DL Fett %, Mutter DL Eiweiß % und Mutter DL Fett kg ausgewählt werden. Des Weiteren wurden die Merkmale Erbfehler Frei, Erbfehler Träger, Gen. Besonderheit, Vorbesitzer und das Alter in Tagen der Auswahlliste hinzugefügt.
MLP-Online: Neue Auswertung „Färsenverluste“
Färsen stellen die Zukunft eines Milchviehbetriebs dar, da sie die nächste Generation der Herde bilden. Die hohen Aufzuchtkosten machen Verluste bei weiblichen Jungtieren besonders unwirtschaftlich. Wenn eine Färse nach nur einer Kalbung abgeht, geht für den Betrieb nicht nur eine erhebliche Investition verloren, sondern es entstehen auch betriebswirtschaftliche Lücken in der Milchproduktion und Zucht.
Eine genaue Betrachtung der Abgangsgründe von Färsen kann für das Herdenmanagement entscheidend sein. Im neuen Auswertungsmodul von MLP-Online wird übersichtlich dargestellt, aus welchen Gründen Färsen den Betrieb verlassen haben. Die Übersicht finden Sie im Menü "Auswertungen". Als Färsen gelten Tiere, die innerhalb des ausgewählten Kontrolljahres in ihrer ersten Laktation sind. Tiere, die dieses Kriterium erfüllen, werden als Färsen für das jeweilige Jahr gezählt. Um relevante Abgänge besser beurteilen zu können, werden Tiere, die aufgrund eines Verkaufs den Betrieb
MLP-Online: Eingabemöglichkeiten für TU erweitert
Bisher konnte zu einem Beobachtungstyp (Bsp. Trächtigkeitsuntersuchung) nur eine Beobachtung (Bsp. TU positiv) pro Tag gespeichert werden. Nun ist für die Trächtigkeitsuntersuchungen möglich, gleichzeitig die Eintragung TU negativ und nicht mehr zu belegen einzutragen.
Belegungen mit Verlinkung zur Zuchtwertdatenbank (VIT)
In der Übersicht Aktionen/Beobachtungen ist zu den eingetragenen Belegungen ein Link zur Zuchtwertdatenbank für den Belegbullen eingefügt.
Eigenbestandsbesamungen: Erweiterung um Spermabehandlung "SM SpermaMix"
Aufgrund der Einführung von Mischsperma ist es nun auch möglich, die Verwendung von Mischsperma über die EBB-Eingabe zu erfassen.
Exportselektion - Spaltenerweiterung
Im Menü Auswertungen wurde die Ansicht Exportselektion um die Spalte vRZG erweiter, um auch Tiere die keinen gRZG haben in dieser Ansicht züchterisch einschätzen zu können
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Zuchtwerte anpassbar: neuer Tabellenfilter
In der Ansicht Zuchtwerte > Zuchtwerte anpassbar ist es nun möglich, bei n ummerischen Zelleninhalten zwischen folgenden Filtereinstellungen zu wählen: =, <,<=, >, >=
Fruchtbarkeit - Erweiterung Balkendiagramm: Besamungserfolg Kühe
Das Balkendiagramm wurde um 4 Balken erweitern (Hintergrund längere ZKZ) die Kategorie > 100 wurde in die Kategorien101 - 115,116 - 130, 131 - 145 und >146 aufgeteilt.