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Untersuchung von Milchproben auf Trächtigkeit - NEU ab Februar 2022 TU aus MLP-Proben!

Trächtig oder nicht trächtig – das ist die entscheidende Fragestellung im Fruchtbarkeitsmanagement von Milchviehherden. Die rektale Palpation oder die Ultraschalluntersuchung sind die Standardverfahren zur Trächtigkeitsuntersuchung. Eine genauso sichere Möglichkeit ist die Trächtigkeitsuntersuchung aus Milchproben. Diese Methode erspart der Kuh viel Stress und dem Milchviehhalter viel Arbeit. In der Milch werden Stoffwechselprodukte, sogenannte trächtigkeitsassoziierte Glykoproteine, kurz PAGs (englisch: pregnancy associated glycoproteins), die während der Trächtigkeit gebildet werden, nachgewiesen. Der Gehalt an PAGs in der Milch steigt bei einer Trächtigkeit rasch an. Mit fortschreitendem Trächtigkeitsstadium steigt der PAG-Spiegel weiter an, so dass auch die Sicherheit des Tests zunimmt.

Vorteile TU Milch

Welche Milchproben eignen sich für die Trächtigkeitsuntersuchung?

Der Milchtest bietet die Möglichkeit eine Trächtigkeit nachzuweisen oder zu bestätigen ohne das Tier manuell untersuchen zu müssen und stellt damit eine sinnvolle Ergänzung zu den klassischen Verfahren der Trächtigkeitsuntersuchung dar.

Grundsätzlich eignen sich sowohl selbst gezogene Handproben als auch die MLP-Proben der monatlichen Kontrolle.

NEU: Ab Februar 2022 haben LKV-Mitglieder die Möglichkeit unter Verwendung verschiedener Abonnement-Varianten die Trächtigkeitsuntersuchung über die Milchproben ihrer Kühe ganz automatisch ablaufen zu lassen. Für weitere Informationen klicken Sie bitte auf die gewünschte Milchprobe.

Was ist zu beachten?

PAGs sind bereits ab dem 28. Tag nach der Besamung nachweisbar. Ihr Gehalt steigt im Verlauf der Trächtigkeit immer weiter an. Nach dem Abkalben, aber auch bei einem Abort dauert es einige Zeit, bis die PAG Werte wieder gesunken sind. In dieser Zeit ist die Gefahr von falsch positiven Resultaten am größten. Es empfiehlt sich daher, 60 Tage nach dem Abkalben und etwa 10 Tage nach einem embryonalen Frühtod abzuwarten. Je länger die Trächtigkeit fortgeschritten ist, desto länger dauert es, bis der PAG-Wert unter den Grenzwert fällt.

Bei einer festgestellten Trächtigkeit in einem frühen Trächtigkeitsstadium, gilt es zu beachten, dass es zu Frühaborten kommen kann. Diese Verluste der Trächtigkeit sind im gewissen Maße normal und liegen zwischen dem 28. Trächtigkeitstag und der Abkalbung bei 25 % und zwischen dem 56. Tag und der Abkalbung immerhin noch bei 7 %.

 

Wie erfolgt die Untersuchung im Labor?20140522 103448

Der Nachweis der PAGs im Labor erfolgt schnell und präzise mit einem ELISA-Test der Firma IDEXX:

  • In jede Vertiefung der ELISA-Platte werden einige Tropfen Milch gegeben.
  • Nacheinander werden mehrere Reagenzien hinzugegeben.
  • Wenn die Kuh trächtig ist, entwickelt sich ein gelber Farbumschlag. Ist die Kuh nicht trächtig, bleibt die Probe farblos.
  • Mit einem optischen Dichteleser wird die Farbe (Kolorimetrie) gemessen und das Ergebnis "trächtig", "nicht trächtig" oder "Test wiederholen" ermittelt.

 

Was bedeutet das Ergebnis „Test wiederholen“?

In der Probe konnte eine geringe Menge an PAGs nachgewiesen werden. Allerdings war der Gehalt nicht hoch genug, um sicher sagen zu können, dass die Kuh tatsächlich trächtig ist. In diesem Fall sollte zu einem späteren Zeitpunkt erneut eine Milchprobe der Kuh auf Trächtigkeit untersucht werden. Gründe hierfür können sein:

  • Die Beprobung ist zu früh erfolgt (weniger als 28 Tage nach der Besamung oder 60 Tage nach der Kalbung sind erst vergangen).
  • Die Kuh hatte einen Abort (es dauert ca. 8 Tage, wenn die Kuh nach etwa 30 – 50 Trächtigkeitstagen das Kalb verliert).
  • Eine Verschleppung ist aufgetreten (weitere Informationen finden Sie hier).
  • In seltenen Fällen kommt es zu einem kurzzeitigen Abfall der PAG-Werte. Die Kuh ist aber dennoch trächtig.

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